Flanieren im Dom
Kölner Stadt-Anzeiger
VON GEORG IMDAHL, 13.07.04, 07:40h
Es gibt Ereignisse, die auf leisen Sohlen kommen und die niemand
als Event preisen würde. Dazu zählt in dieser Woche die
höchst seltene Möglichkeit, den Kölner Dom noch einmal
neu zu erleben. Ein vergleichsweise problemloser Eingriff macht
es möglich: Zum ersten Mal seit 1945, wenn nicht sogar seit
seiner Vollendung im Jahr 1880 ist die Bestuhlung aus der gotischen
Kathedrale komplett herausgenommen worden - nur eine kleine Sängertribüne
im östlichen Seitenschiff steht bereit für das „Chorfestival
2004“, zu dem von diesem Donnerstag bis zum Sonntag Chöre
aus 23 Ländern erwartet werden. Kaum zu glauben, wie nachdrücklich
sich die Raumwirkung steigert ohne die dunklen, lichtschluckenden
Bankreihen. Es ist, als könne die Architektur einmal tief durchatmen.
Sie erscheint jetzt noch leichter, aufstrebender, immaterieller.
| Zum ersten Mal seit 1945 sind im Kölner Dom
alle Bänke entfernt worden. Für das Chorfestival 2004
präsentiert sich das Innere der gotischen Kathedrale damit
in „mittelalterlicher Leere“. |
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Originalbeitrag
beim Kölner Stadt-Anzeiger www.ksta.de
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