Kunsträume auf Zeit - Container am Rheinufer dienen als eine Art Atelier

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Leverkusen (gkf) – Am Anfang war die Idee. Nach und nach nahm der Gedanke von Michael Salge konkrete Formen an. Das war vor einem Jahr. Damals saßen der Leverkusener Künstler und seine Kollegin Angelika Strobach am Rheinufer und beobachteten die vorbei fahrenden Containerschiffe. Beide stellten sich vor, dass diese Transportbehälter für eine kurze Zeit am Ufer verweilen würden und mit künstlerischem Leben erfüllt sein könnten. Nachdem sich mehrere Künstler positiv zu dem damals noch fiktiven Projekt unter der Bezeichnung „Kunsträume am Rhein“ geäußert hatten, konnte sich Salge um alles Weiter kümmern.

Auch das Transportunternehmen Niesen war sofort bereit zu helfen, und stellte entsprechende Container als „Kunsträume“ zur Verfügung. Zum Auftakt der Aktion trafen sich in der letzten Woche sieben der insgesamt acht Künstlern aus Leverkusen, Köln und Bonn bei Rheinkilometer 701 und stellten ihre Pläne vor. Salge will mit dieser Aktion einen „kleinen Beitrag“ dazu leisten, dass der untere Teil Wiesdorfs, insbesondere das neu gestaltete Rheinufer, auch nach Ende der Landesgartenschau für Bürger und auswärtige Besucher weiterhin attraktiv bleibt. Salge: „Für eine begrenzte Zeit wird die Rheinpromenade in eine Kunstmeile für ein kunstinteressiertes Publikum verwandelt.“

Vorgesehen ist, dass sich Künstler für vier Tage vom 22. bis zum 25.Mai in den entsprechenden Containern ihre ganz persönlichen Kunsträume als eine Art Atelier einrichten und sich darin mit dem Thema „Rhein“ befassen. Als Rahmenprogramm sind weitere Aktionen wie Kabarett, Musik und Literatur-Lesungen in Planung.

Die Fotografin Hanne Engwald, die ihre Kindheit in Hitdorf in Höhe von Rheinkilometer 706 verbracht hat, wird kombinierte Arbeiten zeigen, die sie mit einem so genannten „Kindheitsbild“ verknüpft. Für Peter Lorenz, der, wie Engwald in Leverkusen aufgewachsen ist, bedeutet der Rhein ebenfalls „ein Stück meiner Kindheit, die Uferregion ein außergewöhnlicher Abenteuerspielplatz.“ Diese Erinnerungen um Rheinkilometer 702 wird er mit Farbimpressionen auf Leinwandstreifen visuell wiedergeben. Der Boden seines Containers soll mit Rheinsand und Steinen vom Flussufer belegt sein, so dass der Besucher den Untergrund spüren und den Rhein zugleich riechen kann.

Martin Kätelhön aus Köln plant, den Container Original-Handabdrücken auf Seidenpapier auszustatten, um auf den Handabdruck als älteste Artikulation menschlicher Kultur und künstlicher Ausdrucksform hginzuweisen.

Willi Krings aus Bonn hat vor, in seinem dem Fluss zugewandten Container eine Vielzahl von Fernsehgeräten respektive Monitoren, kombiniert mit unterschiedlich langen Wasserrohren, zu arrangieren. Der Beitrag des Kölner Peter Nettesheim wird sich mit dem Strandleben am Rhein, egal ob Wiese oder Strandpromenade, befassen, während sich Tobias Schmücking mit dem Projekt Videoinstallation und dem Thema Landschaftswahrnehmung und Betrachterstandpunkt auseinandersetzt.

Michael Schröter aus Much hat sich 2000 CDs in einer Recycling-Anlage besorgt und wird durch deren Verkettung zu einem Vorhang eine künstlich geschaffene Projektionsfläche für das natürliche Spiel mit Licht und Bewegung entstehen lassen. Sein Container soll sich damit in einem Raum mit meditativen Charakter verwandeln, der den Besucher einlädt zu einer sinnlichen ästhetischen Erfahrung von Kunst und Natur im digitalen Zeitalter.

Schließlich hat Georg Wittwer aus Bonn vor, an den Innenwänden des Containers Glasbausteinobjekte anzubringen, um eine Momentaufnahme, ein Stehen bleiben in unserer eiligen Zeit aus Wahrnehmung auf das, was wir haben, herbei zu führen.

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