NIESEN transportiert die Zeit – Ausstellung von Klaus Rinke im Skulpturenpark Waldfrieden

Am 25. März 2017 startete die Ausstellung »DERZEIT – Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben« von Klaus Rinke im Skulpturenpark Waldfrieden. Die Besucher werden auf vielfältige Weise mit der Sicht des Künstlers auf das große Thema Zeit konfrontiert. Kunstspedition NIESEN transportierte sämtliche Ausstellungsobjekte von Österreich nach Wuppertal.

Kunstwerkt »Ur-Ich« von Klaus Rinke

Zu viel, zu wenig, zu schnell …

Die Zeit! Zu wenig, zu schnell vergangen, die Dinge stetig verändernd … Für wen spielt der Fortschritt der Minuten, Stunden, Wochen und Jahre keine Rolle?

Klaus Rinke stellt sie sogar in den Mittelpunkt seines Schaffens. Insbesondere Uhren haben es dem international tätigen Künstler seit Jahrzehnten angetan – als Ausdruck des Fortschritts, des Wandels und der Veränderung. Düsseldorfer dürften etwa die Installation »Zeitfeld« kennen, die seit 1986 deutlich sichtbar am Eingang des Südparks steht: ein Ensemble aus 23 Uhren auf Säulen, das täglich die Vergänglichkeit anmahnt.

  • Installation Zeitfeld DüsseldorfInstallation »Zeitfeld« in Düsseldorf (© gemeinfrei)
  • Kunstwerk »Ur-Ich« von Klaus RinkeInstallation »Ur-Ich«, eine 3,40 Meter hohe Bahnhofsuhr (© Michael Richter)
  • Montage Kunstwerk Ur-IchEinbringung der Arbeit »Ur-Ich« in die Ausstellungsräume per Kran (© NIESEN)

Die Urgewalt Zeit inmitten eines Waldes

Eine überdimensionale Uhr steht auch im Zentrum der Ausstellung »DERZEIT – Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben«. Klaus Rinke stellt vom 25. März bis zum 25. Juni 2017 im Skulpturenpark Waldfrieden aus. Und selbstverständlich widmet sich der Künstler auch hier wieder einem der wichtigsten Themen der Menschen.

Die Arbeit »Ur-Ich« – eine 3,40 Meter hohe Bahnhofsuhr – ist eines der Kernmotive der Ausstellung. In einer Ecke der Ausstellungsräume vor der Glasfassade stehend, scheint es, als erinnere die riesige Uhr ständig daran, dass auch der umliegende Wald nicht frei von Vergänglichkeit ist, dass der Besucher den aktuellen Moment bewusst erleben soll. Der Kontrast zwischen der Urgewalt von Natur und Zeit entgegen dem menschlichen Wunsch nach Präzision und Kontrolle könnte kaum spannungsvoller sein.

Eine andere Arbeit, die Installation »Insel«, leitet Wasser in einem immerwährenden Kreislauf durch dutzende Schläuche hinein in metallene Gefäße, Gießkannen und Töpfe. Die Gefäße füllen sich mit Wasser, leiten es wieder ab – und werden ebenfalls zum Sinnbild für den Fluss der Zeit. 

So werden Besucher der Ausstellung auf vielfältigste Art mit dem Hauptthema des Künstlers konfrontiert. Durch Installationen, Skulpturen und auch Malereien erhalten Sie immer wieder neuen Zugang zum buchstäblich »dringenden« Thema der Menschen.


Langjährige Kontakte und Partnerschaften führen zur Ausstellung

Die Zeit spielte auch bei der Realisierung der Ausstellung eine Rolle: langjährige Kontakte und Freundschaften sowie geduldige Arbeit.

So war Klaus Rinke von Künstlerfreund Tony Cragg eingeladen, der den Skulpturenpark Waldfrieden 2006 gegründet hatte. Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Zeit als Professoren an der Kunstakademie Düsseldorf und die Freude an skulpturalen Arbeiten.

Hatte Rinke seine Wirkungsstätte aber 2007 in die ehemalige Textilfabrik »Müller-Wipperfürth« ins österreichische Neufelden verlegt, waren sämtliche Ausstellungsobjekte in den dortigen Ateliers abzuholen.
Logistische Unterstützung für den Transport holten sich die Künstler bei der Kunstspedition NIESEN. Tony Cragg hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Erfahrungen der Leverkusener Transporteure gesetzt, um seine großen, amorphen Skulpturen an viele Ziele Europas zu bringen. So war NIESEN beauftragt, um diesmal »die Zeit« nach Wuppertal zu holen.

  • Transport Kunst von Klaus RinkeTransport »Ur-Ich« auf Sattelschlepper (© NIESEN)
  • Transport Skulptur per KranEinbringung der Arbeit »Ur-Ich« in die Ausstellungsräume (© NIESEN)
  • Installation »Die Insel« von Klaus RinkeInstallation »Die Insel« (© Michael Richter)

In einer präzisen Aktion verluden die erfahrenen Transporteure die überdimensionierte Bahnhofsuhr auf einen Sattelschlepper und füllten einen kompletten LKW-Zug mit weiteren Ausstellungsstücken und vielen Einzelteilen. Am Zielort brachten die Profis sämtliche Objekte in die Hallen ein und bereiteten auch die Montage durch den Künstler vor.
Geduld erforderte die Einbringung der großen Bahnhofsuhr: Erst nachdem Türen und Glasfassaden-Elemente entfernt waren, konnte die schwere, fast zwei Mann hohe Arbeit per Krantransport eingebracht werden.

So gestaltete sich die Ausstellung nach und nach als neuer Meilenstein in der langen künstlerischen Biografie von Klaus Rinke.


Eine Ironie der Zeit

Eine Ironie der Zeit ereignete sich hingegen nur wenige Kilometer weiter. Während die Vorbereitungen der neuen Ausstellung liefen, wurde in Düsseldorf derweil breit diskutiert, ob die 23 Uhren des jahrzehntealten »Zeitfelds« auf Null gestellt werden dürfen (mehr erfahren). Innerhalb der letzten 31 Jahre hatten sich einige Uhren offensichtlich verstellt, so dass nicht mehr alle Zeiger dieselbe Uhrzeit anzeigten. Ein Verwirrspiel für manche Personen, so die Kritik. Anscheinend soll ein Kunstwerk nicht vom Zahn der Zeit betroffen sein – schon gar nicht, wenn es aus Uhren besteht.


Über Klaus Rinke

Klaus Rinke wurde 1939 in Wattenscheid geboren. Von 1957 bis 1960 studierte er Malerei an der Folkwangschule in Essen. Bis 1964 unterhielt er verschiedene Ateliers in Paris und Reims. 1965 kehrte Rinke nach Deutschland zurück und zog nach Düsseldorf. Er gab die Malerei auf, um sich ersten Wasserarbeiten und ersten »Primärdemonstrationen« zu widmen. Eine rege internationale Ausstellungstätigkeit begann, teilweise gemeinsam mit befreundeten Künstlern. Von 1974 bis 2004 war Rinke Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. 1980 gründete er ein Zentrum für Kontemplation in Haan und unterhält seit 1981 ein Atelier und eine Wohnung in Los Angeles. Von 1993 bis 1998 war Klaus Rinke Vorsitzender des bekannten Künstlervereins Malkasten. 2007 zog er von Haan, wo er seit fast 30 Jahren lebte und arbeitete, schließlich nach Neufeldern in Österreich.

 


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